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DGMK-Projekt Schmier­stoffe

Einfluss des Reibwertes sowie der Verlustleistung auf die Vorgänge in der Dichtzone einer Öl-Elastomer-Paarung

Laufzeit
2017 - 2019
Forschungsstelle
Technische Universität Hamburg-Harburg
Institut für Modellierung und Berechnung
Dr. Volkert Wollesen, Gerrit Weiser
IGF Vorhaben
19498 N
Anlass und Ziel

Die im Betrieb eines Radialwellendichtrings (RWDR) auftretenden Wechselwirkungen zwischen Öl und Elastomer führen häufig zu Schadensbildern (z.B. Blasen, Risse, Ölkohle) in der Dichtzone. Die Bewertung der Schadensbilder an der Dichtkante eines RWDR nah dem Betrieb/Testlauf ist ein entscheidendes Kriterium bei der Freigabe des Dichtungssystems. In diesem Forschungsvorhaben soll die Auswirkung einzelner Betriebsparameter, wie der Ölsumpftemperatur, der Umfangsgeschwindigkeit und der Linienlast, auf die Entstehung solcher Schadensbilder am RWDR-Tribometer untersucht werden. Die Blasenbildung, als ein Schadensbild mit einer hohen Komplexität, soll anhand einer exemplarischen Öl-Elastomer-Paarung unter verschiedenen Betriebsbedingungen untersucht werden. Zusätzlich soll die Versuchszeit und die in der Dichtzone entstehende Verlustleistung als eine Auswirkung auf die Schadensbilder mit betrachtet werden. Eine definierte Verlustleistung kann am RWDR-Tribometer wahlweise durch die Regelung eines oder mehrerer Betriebsparameter eingestellt werden.

Kurzbeschreibung

Durch die systematische Untersuchung der Einflüsse der Betriebsparameter werden Einflussbereiche ermittelt, die bei der untersuchten Öl-Elastomer-Paarung zu den praxisrelevanten Schadensbildern führen. Anhand gewonnener Erkenntnisse soll eine effiziente Versuchsvorschrift für allgemeine Öl-Elastomer-Paarungen abgeleitet werden. Ferner sollen grundsätzliche Erkenntnisse hinsichtlich Entstehung und Grad der Schädigung aufgezeigt werden. Da die Problematik des Zusammenwirkens von Öl und Elastomer beim RWDR-Einsatz weit verbreitet und branchenübergreifend vorliegt, gibt es für das RWDR-Tribometer ein sehr weites Anwendungsfeld. Durch die Anwendung des RWDR-Tribometers können tiefergehende Erkenntnisse der Schadensbilder gewonnen werden.

Bearbeitungsstand

Im Rahmen eines erweiterten Screening-Tests wurden verschiedene Laborschmierstoffe auf ihre Neigung zur Blasenbildung bei Fluor-Elastomeren getestet und geeignete Paarungen für weitergehende Untersuchungen ermittelt. Anhand einer industriellen Öl-Elastomer-Paarung, die unter hohen Linienlasten eingesetzt wird und zu Blasenbildung neigt, werden Versuche bei konstanter Verlustleistung durchgeführt. Durch gleichzeitige Variation der Betriebsparameter werden damit systematisch die Einflussgrößen auf die Schadensbildung ermittelt.

M.Sc. Gerrit Weiser Technische Universität Hamburg-Harburg Institut für Modellierung und Berechnung

Projektstatus

Vorsitz Projektbegleitung

Merle Kühn

Obfrau

Afton Chemical GmbH
Hamburg

Projekt­koordination

Jan Ludzay

Leiter der Abteilung Verarbeitung und Anwendung

Nadine Ludzay

Koordination

Förderung

IGF – Industrielle Gemeinschaftsforschung

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie