DGMK-Projekt Mobilität
Kälte- und Trübungsverhalten von Dieselkraftstoffen mit nachhaltigen, paraffinischen Komponenten
Seit Mai 2024 ist paraffinischer Dieselkraftstoff in Deutschland gemäß der 10. BImSchV an öffentlichen Tankstellen erhältlich. Paraffinische Dieselkraftstoffe – insbesondere hydrierte Pflanzenöle (HVO) aus nachhaltigen biogenen Rohstoffen – können die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilem Diesel deutlich reduzieren. Damit leisten sie sowohl im bestehenden Fahrzeugbestand als auch in neuen Verbrennungsmotoren einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Motivation für dieses Forschungsvorhaben ergibt sich aus einer Reihe drängender wissenschaftlich-technischer Herausforderungen, denen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen im Kontext der Energiewende und der Defossilisierung gegenüberstehen. Obwohl HVO bereits als „Drop-in“-Kraftstoff verfügbar ist, besteht weiterhin Bedarf an vertieftem Grundlagenwissen, um seine Potenziale vollständig auszuschöpfen. Das Vorhaben hat zum Ziel, zentrale Wissenslücken hinsichtlich der Kälteeigenschaften sowie der Emulsionsbildung paraffinischer Dieselkraftstoffe zu schließen.
Dazu werden experimentelle Untersuchungen mit einer breit angelegten Kraftstoffmatrix durchgeführt. Im Bereich der Kälteeigenschaften paraffinreicher Dieselkraftstoffe soll insbesondere das CFBT-Verfahren systematisch erprobt und dessen Potenzial zur Sicherstellung der Operabilität von Fahrzeugen sowie von technischen Anlagen wie Netzersatzanlagen, Generatoren oder Baumaschinen bewertet werden. Auf experimenteller Basis werden zudem die Einflussfaktoren auf die Kraftstofftrübung sowie auf die Stabilität von Wasser-in-Kraftstoff-Emulsionen untersucht. Es wird angenommen, dass die Zusammensetzung paraffinischer Kraftstoffe eine entscheidende Rolle für die Emulsionsneigung spielt. Durch den Einsatz von Surrogatmischungen kann die chemische Zusammensetzung gezielt variiert werden, um maßgebliche Einflussgrößen zu identifizieren. Ergänzend wird der Einfluss schmierfähigkeitsverbessernder Additive analysiert.
Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert (IGF Vorhaben 01IF25116N).


Der Zuwendungsbescheid des BMWE liegt vor. Das Vorhaben startet zum 01.06.2026
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie