Die Umstellung von fossilen Heizsystemen auf klimaneutrale Alternativen ist eine zentrale Maßnahme zur Abschwächung des Klimawandels. Neben dem Einsatz von Wärmepumpen stellen nachhaltige synthetische Heizöle eine praktikable Option dar, da sie bestehende Infrastrukturen weitgehend weiternutzen und nur minimale Anpassungen erfordern. Für ihre breite Einführung ist jedoch entscheidend zu verstehen, wie sich klassische fossile und synthetische paraffinische Heizöle – insbesondere Fischer-Tropsch-(GtL) und hydrierte Pflanzenöle (HVO) – im Gemisch verhalten und wie sie altern.
Die untersuchten fossilen und synthetischen Heizöle unterscheiden sich deutlich in ihrer molekularen Zusammensetzung: Während synthetische Produkte überwiegend aus gesättigten paraffinischen Kohlenwasserstoffen bestehen, enthalten fossile Heizöle komplexe Mischungen aus zyklischen, aromatischen und ungesättigten Bestandteilen.
Über einen Zeitraum von 18 Monaten wurden reine Produkte und Mischungen unter idealisierten Lagerbedingungen gealtert und anschließend analysiert. Hierbei wurden sowohl Standardanalysen als auch Detailanalytik eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass in allen Proben Alterungs- und Veränderungsprozesse auftreten, wenngleich in begrenztem Ausmaß. In technisch simulierten Anwendungstests zeigten sich diese Effekte deutlich stärker, insbesondere bei Mischungen mit fossilen Komponenten.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass alle Heizöle Oxidationsprozesse und potenzielle Oligomerisationsreaktionen durchlaufen, jedoch mit unterschiedlichen Reaktions-geschwindigkeiten. Fossile Heizöle neigen stärker zur Bildung von Feststoffpräzipitaten, was für den Betrieb von Heizöltanks relevant ist. Synthetische Heizöle wie GtL und HVO zeigen hingegen eine erhöhte oxidative Stabilität. Dies spricht dafür, dass nachhaltige paraffinische Heizöle eine geeignete und stabile Alternative für zukünftige nicht-elektrische Wärmeanwendungen darstellen und sich grundsätzlich mit klassischen Heizölen mischen lassen, ohne die Bildung unerwünschter Ablagerungen zu verstärken.