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484-1

Fachausschuss Brennstoffe

Schnelltest zur Vorhersage der Lagerstabilität von Mitteldestillaten

Es gibt gegenwärtig keinen zuverlässigen Schnelltest zur Vorhersage der Lagerstabilität von Mitteldestillaten. Da die Sedimentbildung während der Lagerung nach wie vor zu den Hauptreklamationsursachen bei Heizöl EL gehört, ist ein solcher Test für die Mineralölindustrie von großer Bedeutung.
Die Empfehlungen aus den Ergebnissen des DGMK-Projektes 484 "Alterungsmechanismen bei Mitteldestillaten – Eine Literaturrecherche" haben zu den Arbeiten an diesem Vorhaben geführt. An 59 Gasöl-Komponenten und -Fertigprodukten wurden die empfohlenen Methoden überprüft und zwar:

  • die colorimetrische/spektralphotometrische Methode nach R. K. Solly und S. J. Marshman,
  • die Quantifizierung der SMORS (Soluble Macromolecular Oxidatively Reaction Species) nach M. A. Wechter und D. R. Hardy und
  • die Bestimmung von Phenalen und Phenalenon sowie von nichtbasischen stickstoffhaltigen Aromaten.

Als Referenztest diente die ASTM D 4625-92 (Lagerung bei 43 °C über einen Zeitraum von 12 Wochen mit Luftkontakt).
Nach den vorliegenden Ergebnissen ist keine dieser Methoden als zuverlässiger Schnelltest geeignet, da die Regressionsanalyse keine akzeptable Korrelation zwischen den Meßwerten und den Unlöslichen aus dem Referenztest ausweist. Die Hypothese des Alterungsmechanismus von Pedley et al. konnte nicht bestätigt werden. Die besten Resultate liefert die spektralphotometrische Methode, mit der unter Einbeziehung des Gesamtstickstoffgehaltes eine Vorhersagegenauigkeit der Testergebnisse nach ASTM von etwa 75 % erzielt werden kann.
Der zusätzlich durchgeführte Rancimat-Test korreliert überhaupt nicht mit den Unlöslichen nach ASTM D 4625-92.
Ebensowenig korrelieren die Unlöslichen nach ASTM D 4625 mit dem Gehalt an Sedimenten, die sich nach einem Jahr natürlicher Lagerung gebildet haben und mittels DIN 51419 bestimmt wurden.
Der ergänzend durchgeführte "Shell Fenstertest" hingegen ermöglicht eine Sicherheit in der Vorhersage der Langzeitstabilität von 78 %, die sich nach einer Überarbeitung des Verfahrens im Hinblick auf reproduzierbare Testbedingungen vermutlich noch verbessern ließe.
 

Autoren
H. Depta et al.
Copyright
1998
Softcover ISBN
3-931850-43-9
Buchreihen ISSN
0937-9762
Seitenzahl
90
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