Mitglied werden
785

Fachausschuss Brennstoffe

Drop-in-fähige hydrierte Bioöle für Mitteldestillatanwendungen – Herstellungen und Anwendung

Das wesentliche Ziel des vorliegenden Projektes bestand in der Optimierung der Herstellung bzw. Verbesserung der Eigenschaften biogener Mitteldestillate sowie die anwendungstechnische Charakterisierung der Produkte und deren Mischungen mit Heizöl EL. Insbesondere die auf natürlichen Ölen und Fetten beruhenden isomerisierten paraffinischen Komponenten besitzen ein hohes THG-Minderungspotential und können den "CO2-Fußabdruck" von Heizöl EL oder Dieselkraftstoff signifikant reduzieren.
Die Hydrierung biogener Öle führt überwiegend zu unverzweigten Paraffinen mit sehr guten verbrennungstechnischen Eigenschaften. Durch Isomerisierung können auch die Kälteeigenschaften (Kaltfiltrierbarkeit) an die Anforderungen angepasst werden. Im Projekt konnten Bedingungen für eine ausreichende Umsetzung bei minimaler Gasbildung dargestellt werden; eine gemeinsame Umsetzung (getrennte Hydrierung und Isomerisierung) mit erdölstämmigem Gasöl ist möglich. Dagegen erwies sich die Hydrierung/Isomerisierung eines Pflanzenöls in einer Reaktionsstufe als nicht zielführend. Weiterhin wurde durch Einbeziehung von weiteren Bioölen (Tallöl, Frittier- und Altfette, Pyrolyseöl) die Rohstoffbasis erweitert. Hydrierprodukte aus obigen Versuchen und kommerziell erhältliches hydriertes Pflanzenöl wurden hinsichtlich der speziellen Anforderungen bei der Verwendung als Blendkomponente zu Heizöl EL untersucht. Allgemein wiesen Mischungen mit Hydrierprodukten eine gute Lagerstabilität und die erwartet guten Verbrennungseigenschaften auf. Beimischungen im Bereich von 10 % sind technisch möglich, unabhängig von der Wahl der Rohstoffe. Allerdings zeigten die Langzeituntersuchungen mit Brennstoffmischungen aus Heizöl EL und Isomerisat unerwartet Ablagerungserscheinungen an Filtern. Die Ablagerungen traten abhängig von der Qualität des Isomerisats auf, daher ist anzunehmen, dass dessen Produktqualität der wesentliche Einflussfaktor ist. Dies bedarf einer weiteren Klärung. 

Das IGF-Vorhaben (18671 BG) der Forschungsvereinigung DGMK Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V., Überseering 40, 22297 Hamburg wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Autoren
Sebastian Feldhoff
Thomas Kuchling
Andrej Awgustow
Christopher Zschiesche
Elmar Pohl
Wilfried Plum
Sven Kureti
eBook ISBN
978-3-947716-03-6
Buchreihen ISSN
0937-9762
Seitenzahl
92
Anzahl der Bilder
73
Anzahl der Tabellen
9