Das Projekt SAURIER („Seismologische Auswertung und gesellschaftliche Relevanz von tiefen Energieprojekten“) zielt darauf ab, die Akzeptanz und das Verständnis für tiefe Geothermieprojekte zu verbessern, indem seismologische Forschung mit sozialwissenschaftlichen Kommunikations- und Partizipationsstrategien kombiniert wird. Im Fokus steht die Analyse und Kommunikation von induzierter Seismizität, einem der konfliktträchtigsten Aspekte der Geothermie. Mithilfe moderner Deep-Learning-Methoden sollen seismische Ereignisse besser erkannt, lokalisiert und charakterisiert werden. Parallel werden Workshops und Befragungen mit Stakeholdern und der Öffentlichkeit durchgeführt, um deren Wahrnehmungen, Sorgen und Informationsbedarfe zu erfassen. Ziel ist es, wissenschaftliche Ergebnisse so aufzubereiten und zu visualisieren, dass sie für verschiedene Zielgruppen verständlich und nützlich sind. Das Projekt entwickelt einen Leitfaden für die Öffentlichkeitskommunikation und Partizipation, der auch auf andere unterirdische Technologien wie CO₂- oder Wasserstoffspeicherung übertragbar ist. Die Ergebnisse werden Open Access veröffentlicht und sollen bundesweit zur Anwendung kommen. Das Projekt ist inter- und transdisziplinär angelegt und wird von mehreren renommierten Forschungseinrichtungen getragen. Die Laufzeit beträgt drei Jahre (2026–2029) und die Fördersumme liegt bei rund 2,8 Mio.