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19.04.2018 | DGMK-News, Ehrungen und Preise

Georg-Hunaeus-Preis 2018 geht an Forscher von der TU Clausthal

Der Georg-Hunaeus-Preis für Nachwuchswissenschaftler geht 2018 an den Reservoiringenieur Dr. Birger Hagemann vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal. Mit seinen Forschungen zu den chemisch-physikalisch-biologischen Prozessen, die durch die Speicherung von Wasserstoff in Porenspeichern ausgelöst werden, hat er eine Referenz und Grundlage für den Themenkomplex der untertägigen Speicherung von Wasserstoff geschaffen. Seine Ergebnisse sind deswegen für die Speicherindustrie sehr interessant, da dieser Technologie für das Gelingen der Energiewende eine große Bedeutung zukommt.

Birger Hagemann hat 2017 eine Doppelpromotion an den Universitäten Clausthal und Nancy abgeschlossen und arbeitet seitdem als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal. Thomas Rappuhn, Vorstand der DGMK, überreichte Hagemann im Rahmen der DGMK Frühjahrstagung in Celle die Urkunde zu dem mit 5.000 Euro dotierten Preis.

Dr. Hagemann (links), Träger des Georg-Hunaeus-Preises 2018 und Thomas Rappuhn, Vorstand der DGMK, bei der Preisverleihung im Rahmen der DGMK-Frühjahrstagung in Celle.

Wichtiger Baustein für die Energiewende

Im Vergleich zum bereits seit vielen Jahrzehnten praktizierten großtechnischen Speicherung von Erdgas weist Wasserstoff eine Reihe von spezifischen Eigenschaften – u.a. geringe Dichte und Viskosität – auf, welche auf die Strömungs- und Vermischungsprozesse in der Speicherlagerstätte einen grundlegenden Einfluss haben. Da Wasserstoff darüber hinaus ein geeignetes Substrat für viele anaerobe mikrobielle Spezies ist, können auch mikrobielle Reaktionen eine wesentliche Rolle spielen.

Herr Dr. Hagemann hat diese Phänomene zunächst eingehend analytisch betrachtet und dann numerische Lösungsmethoden entwickelt. Schließlich wurden die zu erwartenden Ergebnisse in realitätsnahen Speicherzyklen simuliert.

Wasserstoff könnte als Energieträger, der aus erneuerbare Energien wie Windenergie und Photovoltaik gewonnen werden kann, im Kontext der angestrebten Reduzierung von Treibhausgasen eine wichtige Rolle spielen. Um fossile Energieträger wie Erdgas langfristig ersetzen zu können, wird die Zwischenspeicherung von großen Mengen Wasserstoff nötig sein. Die bestehende Infrastruktur der Untertagegasspeicher stellt dafür eine naheliegende Lösung dar. Auf Grund seiner physikalisch-chemischen Eigenschaften, stellt Wasserstoff jedoch ganz eigene Anforderungen an die Technik und den Gasspeicher selbst.

Die Forschungen von Dr. Hagemann tragen dazu bei, diese Anforderungen genauer zu verstehen, um Strategien für eine erfolgreiche Umsetzung dieser neuen Technologie für die Energiewende entwickeln zu können.

Autor

Dr. Dominik Soyk

Leiter der Abteilung Aufsuchung und Gewinnung