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ISG GmbH, Darmstadt
04.05.2020 | Forschung, Publikationen

Forschungsbericht veröffentlicht: Fugenumläufigkeit bei Ortbeton an Tankstellen

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde die Umläufigkeit von Kraftstoff im Bereich der Fugen an Tankstellen-Dichtflächen aus FD-Beton in Ortbetonbauweise untersucht.

Nach den Bemessungsvorgaben der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für LAU-Anlagen des DIBt für Fugendichtstoffe ist an Tankstellen für die Fugenflanken nachzuweisen, dass die charakteristische Eindringtiefe von Kraftstoffen im Beton die vorhandene Fugentiefe und somit die durch den Fugendichtstoff geschützte Fugenflanke rechnerisch nicht überschreitet und somit ein eventuelles Austreten von Kraftstoffen unterhalb der Fuge ausgeschlossen ist. Da die rechnerische Eindringtiefe von Kraftstoffen in einem FD-Beton größer als die Fugentiefe typischer Polysulfidfugen ist, wurde 2018 mit der Novellierung der DWA-A 781, Technische Regel wassergefährdender Stoffe (TRwS), Tankstellen für Kraftfahrzeuge, zur Reduzierung der Eindringtiefen seither nur noch der Einsatz von FDE-Beton als Dichtfläche an Tankstellen zugelassen.

Bislang gab es noch keine Untersuchungen zum Umläufigkeitsverhalten über den hierzu vorgegebenen Dauerbeaufschlagungenszeitraum (144 Stunden) von Kraftstoffen im Fugenbereich an Ortbeton-Tankstellenflächen aus FD-Beton. Anhand der vorliegenden Forschungsarbeit wurde das Verhalten der Fugenumläufigkeit praxisnah an Probekörpern untersucht und ausgewertet. Dabei konnte festgestellt werden, dass trotz größerer Eindringtiefen als die geschützte Fugenflanke seitlich aus den ungeschützten Bereichen kein Kraftstoff als Flüssigkeit austritt. Ergänzende Untersuchungen haben gezeigt, dass sich im Fugenspalt eine Dampfphase bildet. Die Flüssigkeitsmenge in der Dampfphase wurde mit verschiedenen Verfahren untersucht und ausgewertet.

DGMK-Forschungsbericht 822 ist in deutscher Sprache erschienen und kann ab sofort direkt bei der DGMK erworben werden.