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TU Clausthal
27.08.2018 | Forschung, Publikationen

Forschungsbericht zur Simulation von EOR-Maßnahmen veröffentlicht

Der Abschlussbericht zu Phase 2 von DGMK-Projekt 746 "Experimentelle und Numerische Analyse von Polymerflut-Prozessen mithilfe von Mikromodellen" wurde als DGMK-Forschungsbericht veröffentlicht.

Die Forschungsgruppe um Prof. Dr. Leonhardt Ganzer und Dr. Jonas Wegner vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal entwickelten ein Verfahren, um die Wirkungsweise von Polymeren im Reservoir nachzustellen, die bei "Enhanced Oil Recovery"-Maßnahmen (EOR) zum Einsatz kommen.

Natürliche Gesteine werden auf Silizium-Chips abgebildet

Die Forscher haben eine Versuchsanlage aufgebaut, um den Fluidfluss durch das Gestein an Mikromodellen ("Chips") nachzustellen und im Porenmaßstab zu beobachten. Der Flutungsprozess wird dabei durch sogenannte Streamlines im Modell visualisiert. Auch Lagerstättenbedingungen, wie erhöhte Temperaturen, werden simuliert.

Eine der zentralen Herausforderungen bestand darin, ein Verfahren zu entwickeln, um die 3D Fließpfade des echten Gesteins in Pseudo-2D Fließmuster der 3-lagigen Mikromodelle zu konvertieren. Bei dem an der TU Clausthal entwickelte Verfahren werden die Pseudo-2D Modelle aus 3D-Daten von µCT-Aufnahmen natürlicher Gesteinen generiert.

Gesteinsproben werden auf ihre Geometrie und ihre Fließeigenschaften hin vermessen und im Mikromodell mit vergleichbaren Eigenschaften nachgestellt.

Firmen sehen Potenzial für weitere Forschungen

Die Fortschritte aus der zweiten Projektphase haben die Projektsponsoren DEA, ExxonMobil, Neptune Energy und Wintershall überzeugt, eine dritte Projektphase zu finanzieren. Dabei sollen unter anderem die Herstellungsprozesse für die Chips optimiert, die Benetzungseigenschaften der Chips gezielt eingestellt und die Versuchsanlage weiter verbessert werden.

Autor

Dr. Dominik Soyk

Leiter der Abteilung Aufsuchung und Gewinnung