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07.06.2019 | DGMK-News, Veranstaltungen

Klimaziele der Bundesregierung waren Thema auf der DGMK-Fachbereichstagung Kohlen- und Biomasseveredlung

Unter dem Tagungsthema „Thermochemische Konversion – Schlüsselbaustein für zukünftige Energie- und Rohstoffversorgung“ führte der Fachbereich Kohlen- und Biomasseveredlung der DGMK in Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien (FEE), Berlin seine dreizehnte Tagung vom 24. und 25. Mai 2019 in Dresden durch (ehemals „Konversion von Biomasse und Kohlen“).

In 8 Keynotes und 17 Fachvorträgen sowie auf 17 Postern wurden innovative Prozesse bzw. Verfahren und Anlagen zur Nutzung von primären und sekundären Energierohstoffen insbesondere durch thermochemische Konversionstechniken und der Verwendung der erhaltenen Produkte in energetischen und stofflichen Folgeprozessen präsentiert. Erstmalig wurden auch die Themen geschlossene Kohlenstoffkreisläufe und Bereitstellung von Wasserstoff aus regenerativ erzeugtem Strom aufgegriffen.

Der diesjährige Carl-Zerbe-Preis der DGMK für herausragende Leistungen von jungen Nachwuchswissenschaftlern wurde im Rahmen der Tagung an Dr. Alba Diéguez Alonso von der Technischen Universität Berlin verliehen. Sie erhielt den Preis für ihre Arbeiten zum Thema „New Insights into the Mechaism of Wood Pyrolysis“.

Prof. Dr.-Ing. Reinhold Elsen, Fachbereichsleiter für Kohlen- und Biomasseveredlung, überreicht die Urkunde an Dr. Alba Diéguez Alonso.

Mit dem Poster Award wurde Marie-Theres Scharl für ihre Präsentation zum Thema „Numerical and Experimental Studies of Laminar Counterflow Diffusion Flames Using Biomass-based Gaseous Fuels“ ausgezeichnet.

R. Abraham, M.-T. Scharl, Prof. R. Elsen (von links nach rechts)

Dr. A. Richter, Prof. G. Deerberg, MP. a. D. S. Tillich, Prof. Dr.-Ing. Elsen, Dr. G. Schmiedel , Dr. A. Diéguez Alonso (von links nach rechts)

Ein Höhepunkt der Tagung war die bei dieser Tagung erstmalig stattfindende Podiumsdiskussion. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Elsen diskutierten MP. a. D. S. Tillich, Prof. G. Deerberg, Dr. A. Richter, Dr. A. Diéguez Alonso und Dr. G. Schmiedel folgende Themen:

  • Wie können wir die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung erreichen, ohne auf Kohlenstoff zu verzichten?
  • Wie sieht es mit der Verfügbarkeit von Technologien, der Wettbewerbsfähigkeit der Produkte aus und ist die nötige Akzeptanz gegeben?

In der Diskussion wurde betont, dass das deutsche Modell ein Prüfstein für die europäische Politik ist, ob der Wandel gelingt. Technologien sind vorhanden, aber es gibt ein Realisierungsproblem. Die Forschungsförderung muss reformiert und die richtigen Anreize gesetzt werden. Die Regularien sind zu kompliziert. Ein Ziel muss sein, dass die Technologieentwicklung weiter in Deutschland stattfindet. Damit dies gelingt, muss die Wissenschaft und die Wirtschaft versuchen der Gesellschaft ihre Botschaften mitzuteilen um die Akzeptanz gegenüber neuen Technologien zu erhöhen.
Durch diese Maßnahmen kann die Kohlenstoffkreislaufwirtschaft einen wertvollen Beitrag zum Strukturwandel leisten und Technologien aus Deutschland weiter eine Rolle spielen?