Fast die Hälfte aller Ausfälle von Wälzlagern geht auf Verschleiß und Korrosion zurück. Ein neues Forschungsprojekt nimmt die Wechselwirkungen von Aditiven in Schmierstoffen bei der Grenzschichtbildung unter die Lupe, um eine lange Lebensdauer von Maschinen zu gewährleisten und Ressourcen zu schonen.
Projektstart: TriCoWear
Von hochbelasteten Getrieben in Offshore-Windkraftanlagen über die Elektromobilität bis hin zur maritimen Wirtschaft – optimierte Schmierstoffe sichern überall dort den reibungslosen Betrieb, wo Wälzlager extremen mechanischen Kräften und korrosiven Umgebungen trotzen müssen. Um den hohen Funktionsanforderungen gerecht zu werden, enthalten die Schmierstoffe verschiedene Additive und typischerweise werden Verschleißschutzadditive (EP/AW) und Korrosionsinhibitoren (CI) zugleich eingesetzt.
Optimierte Additivkombination in Schmierstoffen sollen Wälzlagerausfälle reduzieren
Da Konkurrenzen und/oder Synergien zwischen diesen oberflächenaktiven Additiven auftreten, ist für den sicheren Betrieb ein tiefes Verständnis der Wechselwirkungen entscheidend. Im Vorgängerprojekt (DGMK 848) konnten Einflüsse durch Additivkombination, Konzentration und Kontaktbedingungen auf die Wirkung von EP/AW bei Hinzugabe von CI gezeigt werden.
BMWE fördert Forschungsvorhaben TriCoWear
Zum 1. Oktober 2026 startet das BMWE-geförderte Folgevorhaben "Wechselwirkungen von Verschleißschutzadditiven und Korrosionsinhibitoren im ölgeschmierten Wälzkontakt" (DGMK 902).
Das Projekt baut auf den Ergebnissen des Vorgängervorhabens auf und untersucht systematisch den Einfluss von CI auf den Verschleißschutz ölgeschmierter Wälzlager sowie deren Auswirkungen auf den Tribokorrosionsschutz.
Im Ergebnis erhalten Schmierstoffentwickler eine Methodik zur Identifikation geeigneter kombinierter Additivierungen, Schmierstoffanwender können ihre Vorauswahl an Additiven gezielter treffen und ungeeignete Kombinationen vermeiden, was Testkapazitäten reduziert. Letztlich wird die Potentialausschöpfung der Additivierung erhöht, was einen sparsameren Einsatz erlaubt.
Projektpartner RWTH Aachen University
- Institut für Maschinenelemente und Systementwicklung
- Gemeinschaftslabor für Elektronenmikroskopie
Mitmachen!
Das Vorhaben wird durch einen Expertisenkreis mit Vertreterinnen und Vertretern aus dzt. 25 Unternehmen begleitet. Möchten Sie in der Projektbegleitung mitwirken? Sprechen Sie uns an!


Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert (IGF Vorhaben 01IF25501N).
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