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DGMK-Projekt Brennstoffe

Herstellung und Wechselwirkung neuer paraffinischer Kraft- und Brennstoffe

Laufzeit
2020 bis 2022 (geplant)
Forschungsstelle
OWI Oel-Waerme-Institut gGmbH
TU Bergakademie Freiberg, Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen
Anlass und Ziel

Vor dem Hintergrund von Klimaveränderung und globaler Erwärmung ist die drastische Reduzierung der Emissionen an sogenannten Treibhausgasen eines der wichtigsten umweltpolitischen Ziele der Gesellschaft. Trotz zunehmender Elektrifizierung und sinkendem Energiebedarf (Effizienz, Gebäudedämmung) kann allerdings auf flüssige Brenn- und Kraftstoffe auch in Zukunft nicht verzichtet werden. Um das Ziel einer weitgehenden THG-Neutralität in der Energie- und Rohstoffversorgung zu erreichen, muss der „CO2-Fussabdruck“ der eingesetzten Energieträger verringert werden, indem fossile Rohstoffe durch erneuerbare biogene bzw. CO2-neutrale synthetische Produkte ersetzt werden. Konventionelle Fettsäuremethylester (FAME) sind vor allem wegen ihrer schlechten Lagerstabilität und starken Wasseraffinität (Korrosion) für Heizölanwendungen aber auch als Dieselsubstitut nur bedingt geeignet. Für eine weitgehende Substitution fossiler Energieträger bedarf es innovativer, schwefel- und aromatenfreier paraffinischer Komponenten. Paraffinische Produkte zeichnen sich u. a. durch herausragende anwendungstechnische Eigenschaften speziell für Mitteldestillatanwendungen aus. Vorangegangene Untersuchungen zeigten allerdings überraschenderweise anwendungstechnische Auffälligkeiten für Brennstoffmischungen aus isomerisierten hydrierten Pflanzenölen und Heizöl extraleicht. So wurden bei Einsatz gleichteiliger Gemische signifikante Ablagerungsmengen im Pumpen- und Düsenfilter festgestellt. Ein wesentliches Ziel des beantragten Projekts besteht darin, die Ursachen für die Wechselwirkungen zwischen den Brennstoffkomponenten sowie den Mechanismus der Ablagerungsbildung aufzuklären und entsprechende Vermeidungsstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus werden verschiedene Syntheserouten für paraffinische Kraftstoffe untersucht, um Produkte mit genau definierten Eigenschaften herstellen zu können.

Kurzbeschreibung

Ziel ist die Etablierung von alternativen Brennstoffkomponenten mit hohem CO2-Senkunkungspotential als Substitute für fossile Mitteldestillate im Wärmemarkt.

Das geplante Vorhaben soll folgende Schwerpunkte behandeln:


  • Anwendungstechnisches Verhalten von paraffinischen Brennstoffen bzw. deren Blends mit konventionellem Heizöl extraleicht,

  • Aufklärung von Ursachen und Mechanismen der Ablagerungsbildung bei Verwendung von Brennstoffmischungen und Entwicklung von Strategien zu deren Vermeidung,

  • Prozesstechnische Untersuchungen zur Herstellung alternativer paraffinischer Brennstoffkomponenten.

Bearbeitungsstand

Der IGF-Antrag ist in Vorbereitung.

Ablagerungen an Düsenfiltern
OWI Oel-Waerme-Institut gGmbH An-Institut der RWTH Aachen

Projektstatus

Projekt­koordination

Jan Ludzay

Leiter der Abteilung Verarbeitung und Anwendung

Nadine Ludzay

Koordination